Bodenbeschaffenheit und daraus resultierende Gefahren
Im Rahmen einer ganzheitlichen privaten Sicherheitsberatung werden auch Bodenflächen auf Gefährdungspotenzial überprüft. Zu den Bodenflächen zählen, neben denen in geschlossenen Räumen, auch die, die im Außenbereich liegen. Erwähnt seien hier unter anderem Gartenwege, Hofeinfahrten, Terrassen, Balkone usw. Die Schwierigkeit liegt darin, die zahlreichen verschiedenen Beschaffenheiten einheitlich auf Ihr Gefährdungspotenzial zu bewerten oder miteinander zu vergleichen. Das wichtigste Kriterium dabei ist die Häufigkeit der Nutzung dieser Flächen. Nicht selten gibt es beispielsweise Gartenwege, die so gut wie nie begangen und deshalb auch nicht mit hoch frequentierten Wegen verglichen werden dürfen. Des Weiteren ist es auch von Interesse, wann, durch wen und zu welchem Zweck die Wege genutzt werden.
Die Firma Bent Freese Consulting hat eigens zu diesem Zweck ein Raster entwickelt, mit dem alle Daten einheitlich erfasst und systematisch bearbeitet werden können. Immerhin ist die Zahl der Sturzunfälle auf ebener Fläche in Privathaushalten im Vergleich zu anderen Gefahren überproportional hoch, was es dringend erforderlich macht, diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Durch den Trend der letzten Jahre ökologisch korrekt zu handeln und dem damit verbundenen Einsatz von Holzböden sowie Bestandteilen aus Holz, wird es notwendig, auch Gefahren zu berücksichtigen, die im kausalen Zusammenhang mit der Beschaffenheit von Bodenflächen stehen. So gab es vermehrt Unfälle durch den Einsatz von Leinöl. Leinöl wird insbesondere, wegen der ökologischen Verträglichkeit, von umweltbewussten Anwendern als Holzpflegemittel verwendet. Aufgrund der biologischen Zusammensetzung bzw. der Physikalischen Eigenschaften dieses Öls, neigt es jedoch unter bestimmten Bedingungen zur Selbstentzündung. Insbesondere ölgetränkte Tücher waren in der Vergangenheit Auslöser für Wohnungs- und Werkstättenbrände.
Auch die Umbauten von Häusern zu barrierefreien Wohnräumen, im Zuge des demographischen Wandels, lassen neue Gefahren entstehen. Beispielsweise führt die Anhebung von Böden vor Türen, um eine einheitliche Ebene zwischen Innen- und Außenbereich zu schaffen, nicht selten zu einem Feuchtigkeitsstau in der Türschwelle, bzw. in den darunter liegenden Schichten. Durch mangelhafte Abführung dieser Feuchtigkeit entstehen Zersetzungsprozesse des Materials sowie Schimmelpilze, die wiederum zu gesundheitlichen Schäden führen können. Bei Barrierefreien Böden gilt es zu beachten, dass im Idealfall sämtliche Unebenheiten entfernt werden. Dazu zählen Türschwellen, Teppichkanten, alle Arten von Stufen und Treppen usw. Sollte es aus bautechnischen Gründen nicht möglich sein, Unebenheiten zu beseitigen, sollten diese eine Höhe von 2cm nicht überschreiten. Steigungen und Rampen sollen eine Steigung von 6% nicht überschreiten, damit diese auch für körperlich schwache Personen, mit oder ohne technische Hilfsmittel, dauerhaft passierbar bleiben.
Aufgrund der hohen Rutschgefahr von abfallenden Flächen, wie Rampen, empfiehlt sich die Nutzung von Rutschhemmenden Belägen. Des Weiteren ist gerade in Außenflächen, die gewissenhafte Pflege von Rampen unbedingt erforderlich. Dazu zählen die Freihaltung von Bewuchs jeglicher Art, mittels Chemischer Moosentferner oder Hochdruckreiniger, sowie der Winterdienst bei Eis- und Schneeglätte. Bei Letzterem ist dringend von Eisfreikonzentraten auf Alkoholbasis abzuraten, welche zwar ökologisch verträglicher sind, jedoch eine erhebliche Rutschgefahr in sich bergen.
Bei der Bewertung des Gefährdungspotenzials von Bodenflächen gilt es also, weit mehr zu beachten, als nur die herausstehende Schraube im Dielenbereich oder die scharfe Kante an der Duschabdeckung. Bei der Wahl einer Maßnahme zur Absicherung von Bodenflächen ist das Grundprinzip privater Sicherheitsberatung stets zu beachten. In diesem Fall bedeutet das die Beantwortung der Frage, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadenfalles ist und mit welcher Verletzungsschwere und/oder Schadenshöhe gerechnet werden muss.
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