Die Fotographie – eine Kunst?



Jedes Foto, sofern man dies damals überhaupt schon als Foto bezeichnen konnte, war ein Unikat, denn die Fotographie war ein Wissenschaft und keine Kunst. Viele Wissenschaftler auf der ganzen Welt wetteiferten darum, wer als erster die besten Möglichkeiten zur Fotographie entwickelt hatte. Es gab zahlreiche unterschiedliche Ansätze, um Fotos haltbar zu machen, aber nur die wenigsten lieferten ein zufrieden stellendes Resultat. Die Umgebung mittels Licht auf lichtempfindliche Materialien abzubilden, war schon sehr lange bekannt. Viel länger, als die später erfolgenden Ideen zur Fixierung der jeweiligen Bilder. Denn, lichtempfindliches Material zeigte durchaus Möglichkeiten zur Abbildung der Umgebung, jedoch war es den Wissenschaftlern nicht möglich, den Prozess der Entwicklung auf den lichtempfindlichen Materialien zu stoppen. Das heißt, ganz kurz war ein Bild auf den Filmen zu sehen, dieses färbte sich jedoch binnen weniger Sekunden oder Minuten komplett schwarz. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis ein Wissenschaftler die Möglichkeit fand, mittels heißer Kochsalzlösung ein Foto auf einem lichtempfindlichen Film zu fixieren. Kurze Zeit später konnte auch eine Lösung aus Natriumthiosulfat bei Raumtemperatur als Fixiermittel eingesetzt werden. Damit war es erstmals möglich, Fotos zu entwickeln und das Bild zu fixieren. Wie man sieht war die Fotographie sehr lange Zeit eine Wissenschaft und keine Kunst, daher gab es auch keine Fotographen, die daran arbeiteten, sondern Wissenschaftler. Dementsprechend war es für Laien vollkommen ausgeschlossen einen Fotokurs oder ähnliches zu absolvieren. Dafür waren auch die Materialien viel zu kostspielig. Einen Fotokurs konnte man erst in Angriff nehmen, als die Fotographie für die breite Masse zugänglich und vor allem erschwinglich wurde.



Autor  Steffen Ehrlich
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