Die Vermarktung der Gothic Szene
Seit ungefähr zehn Jahren ist eine zunehmende Vermarktung der Gothic Kultur zu beobachten. Das betrifft nicht nur die immer stärkere Verbreitung von spezialisierten Händlern und Internet-Versendern, die den weiten Bereich der Gothic Kleidung bedienen. Auch die Musik der Gothic Szene wurde immer mehr kommerzialisiert. Dabei dient der Begriff Gothic nur noch als allgemeines Etikett, das auf einen sehr weiten Kreis von musikalischen Ausdrucksformen ausgedehnt wird.
Bands wie Rammstein, Marilyn Manson oder Nightwish werden auch unter dieser Überschrift vermarktet, obwohl sie mit der Gothic Kultur eigentlich nichts zu tun haben. Beispielsweise wird die Gruppe Nightwish als Gothic Metal Band dargestellt, obwohl ihre Ursprünge nur im Symphonic Metal Bereich zu suchen sind. Weder im Musikstil noch in der kulturellen Herkunft der Musiker besteht irgendeine Parallele zur Gothic Szene.
Das führte weiterhin dazu, dass in Clubs zunehmend kommerziell erfolgreichere Bands gespielt wurden, um mehr Publikum in die Diskotheken zu locken. Spezifische Gothic Clubs sind dadurch in zahlreichen Städten verdrängt worden.
Zwar werden sie in der Werbung weiter der Gothic Szene zugeordnet, auch werden Veranstaltungen in ihnen als spezielle Gothic Events angepriesen. Aber mit der Szene, aus der heraus sie einstmals gegründet wurden, haben sie nur noch wenig gemein. Sie sollen ein breiteres Publikum ansprechen, um mehr Gewinne zu erwirtschaften. Deshalb überwiegen die Stile Metal, Mittelalterrock oder auch Techno im Musikprogramm und die ursprüngliche Gothic Musik wurde an den Rand gedrängt. Damit spielen diese Clubs auch keine Rolle mehr als Treffpunkte der Szene. Eine fortschreitende Kommerzialisierung hat sie dieser Funktion beraubt und in den allgemeinen Mainstream eingeordnet.
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