In Samt und Seide



Es gibt Dinge, die galten schon immer als der pure Luxus. Goldene Manschettenknöpfe. Edler Champagner. Frische Austern mit Tabasco. Oder auch bestimmte Kleiderstoffe.

Sich in Samt und Seide zu hüllen, galt unseren Vorfahren als Gipfel der Dekadenz. Und das hatte damals durchaus seine Berechtigung. Beides waren kostbare Luxusgüter, die sich nur die Reichsten der reichen leisten konnten. Sie fühlten sich gut an, sahen edel aus und schimmerten im Licht. Kein Wunder, dass beides sprichwörtlich wurde. Zwar spottete das einfache Volk: „Samt am Kragen, Hunger im Magen“, und nahm damit die wachsende Schicht derer aufs Korn, die so taten, als wären sie reich. Doch jene dachten sich nur: „Guter Mann ist gute Seide wert“ und bleiben bei ihren glänzenden Gewändern.

Nun, unerschwinglich ist beides inzwischen nicht mehr. Und zumindest im Bereich der Krawatte hat Seide sich ihren festen Platz erworben. Auch als Material für Sommeranzüge ist sie sehr beliebt. Denn sie fühlt sich gut auf der Haut an. So gut, dass mancher auf Seidenschlafanzüge oder gar Seidenunterwäsche schwört.

Der Samt hingegen gilt uns manchmal als etwas verschroben. Doch gerade nun in der kalten Jahreszeit zeigt sich die besondere Stärke des Stoffes. Er ist so warm, dass er fast an ein Fell erinnert, und er fühlt sich auch so ähnlich an.

Dabei hat gerade schwarzer Samt etwas sehr Festliches. In der Damenmode ist das enge schwarze Samtkleid seit Jahren ein absoluter Klassiker. In der Herrenmode ist das Samtsakko wieder im Kommen. Es ist schwarz und eng geschnitten. Auch violett und dunkelgrün sind beliebte Farben. Nur eines: kombinieren Sie nie Samtsakko und Cordhose. Das wäre einfach zu viel der geballten Flauschigkeit. Außerdem erhält ihr Outfit dann etwas extrem Rustikales.

Dabei können Sie sich mit einem Anzug in schwarzem Samt durchaus in die Opernpremiere wagen. Tragen sie dazu eine Krawatte lila oder schwarz, am besten die moderne schmale Form, zu einem klassischen weißen Hemd. Und genießen Sie das Gefühl, einen Luxus wiederbelebt zu haben, der viel zu lange aus den Festsälen verbannt war.
krawatte lila



Autor  krawatte krawatte
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