Krawatten – Modisches Übel oder historisches Schmuckstück ?



Die Krawatte ist für die Berufsbekleidung vieler Herren unverzichtbar. Die meisten „Schlipsträger“ haben sich wohl daran gewöhnt. Die Krawatte kann aber auch nerven, gerade wenn sie zu lang ist und sich ihr Träger beispielsweise beim Essen befindet. Arbeitskleidung, auf deren Unversehrtheit man ständig achten muss, ist einfach unpraktisch. Doch anscheinend trauen sich nur noch Kinder, nach dem Sinn von Krawatten zu fragen. Eine gängige Antwort lautet: Die Krawatte verdeckt die Knopfleiste. Aha. Aber weshalb gilt das nur für Herrenknöpfe und nicht auch für Damenblusen? Hier lohnt ein Blick in die Geschichte.

Der Vorläufer der heutigen Krawatte ist das Halstuch. Schon die alten Ägypter sollen ihre Arbeitskleidung mit Halstüchern ergänzt haben, um den Hals gegen Wind zu schützen. Bis in die Zeit des französischen Absolutismus änderte sich daran praktisch nichts. Erst Ludwig der XIV. soll dieses Stück Stoff zum modischen Accessoire erklärt haben. Er entdeckte es am Uniformkragen seiner kroatischen Söldner. Da Frankreich nicht nur in Sachen „Fashion und Lifestyle“ seit dem 17. Jahrhundert in Europa den Ton angab, setzte dieses Stoffstück schnell neue Maßstäbe. Es verbreitete sich rasant über den ganzen Kontinent und das nicht nur als Arbeitsbekleidung für Soldaten. So soll auch der Name „Croatta“, von dem der heutige Begriff „Krawatte“ zweifelsohne abgeleitet wurde, auf die Söldner des Sonnenkönigs zurückzuführen sein. Bis heute hat sich die Krawatte jedoch mehrfach gewandelt: Kurz und breit, wie sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts üblich war, kennen wir sie heute auch noch als Schlips. In der Gastronomie findet man noch eine besondere Variante, die ganz kurze Servicekrawatte. Dieses Modell wäre vielleicht auch ideal für jeden schlipsgeplagten Suppenfan.

Autor:Sigrid Wostbrock
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