Kyoto – Die kulturelle Hauptstadt Japans
Kyoto war von 794 bis ins 19. Jahrhundert hinein die Hauptstadt Japans, bevor das politische Zentrum endgültig nach Tokyo verlegt wurde, doch auch wenn Kyoto nicht mehr die politische Hauptstadt ist, so bildet sie dennoch das historische und kulturelle Zentrum Japans. Denn dank der Intervention von Japanophilen und Kunsthistorikern wurde Kyoto vom Bombardement des zweiten Weltkrieges verschont. Aus diesem Grunde ist es die historisch am besten erhaltene Stadt Japans.
In der Kulturmetropole befinden sich 2000 Schreine und Tempel, die meisten von ihnen abseits der riesigen Metropole auf umliegenden Berghängen oder etwas abgelegen am Rande der Stadt. Einer der bekanntesten Tempel ist sicherlich der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon/ Tempel, der im 14. Jahrhundert als Reliquien-Halle für einen Shōgun errichtet und nach seinem Tode zu einem buddhistischen Tempel umfunktioniert wurde. Auffallendstes Merkmal des Tempels ist sein mit Blattgold überzogenes Dach, das aber keineswegs pompös wirkt, vielmehr fügt er sich harmonisch, fast schon romantisch, in die Parklandschaft des Rinzai-Zen Tempelkomplexes ein. Er befindet sich direkt an einem See in einer weitläufigen, von Bäumen und Sträuchern bepflanzten Grünanlage.
Ein weiterer sehr beliebter Tempel ist der Otowasan Kiyomizu-dera, der im Osten der Stadt gelegen ist. Der Grundstein dieses Gebäudes wurde angeblich im 8. Jahrhundert gelegt, das Hauptgebäude, wie man es heute bewundern kann, stammt allerdings aus dem 17. Jahrhundert. An den Tempel schließt sich an einem steilen Berghang eine Terrasse an, die von einem darunter liegenden, ca. 13 Meter hohen Gerüst gestützt wird. Die Terrasse bietet eine beeindruckende Sicht auf die Stadt. Neben der Haupthalle führt eine breite Treppe an den Fuß des Abhangs, wo sich der Wasserfall des Otowa-no-taki befindet. Viele Besucher trinken davon, denn es heißt, das Wasser habe heilende Kräfte und bringe Gesundheit, langes Leben und Erfolg.
Die Sehenswürdigkeiten Kyotos liegen aber nicht nur am Rande der Stadt, auch das alte Vergnügungsviertel Ponto-chō und das Zentrum der Geisha-Kultur Gion im Stadtinnern sind ein Muss. Dort kann man traditionelle Teehäuser besuchen, in denen zum Beispiel eine Maiko – eine junge, lernende Geisha – unterhält.
Wer sich nun in eine gemütliche, romantische Stadt hinein geträumt hat, sollte ganz schnell wieder aufwachen. Denn obwohl Kyoto so viele wunderschöne, historische Orte zu bieten hat, machte die Moderne auch vor der kulturellen Hauptstadt Japans nicht halt. So kommt es, dass man beim verlassen des Zuges im Bahnhof Kyotos automatisch in ein monströses, dreizehn-stöckiges Einkaufszentrum gelangt. Und auch sonst wurde nahezu jede freie Fläche mit riesigen Hochhäusern bepflastert, aber ebenso mit wunderschönen, sehr modernen Hotels, die auch für Europäer sehr viel Platz und Komfort bereithalten. Aus diesem Grunde sollte es nicht schwer fallen, ein hübsches Hotel in Kyoto in der Nähe der zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu finden.
Wer sich nun vorgenommen hat alle Sehenswürdigkeiten Kyotos, egal ob jung oder alt, zu erkunden, sollte unbedingt mehrere Wochen einplanen, denn hier wurde nicht einmal ein Bruchteil dessen genannt, was diese vielfältige Stadt zu bieten hat.
Kyoto zeigt zwar ein auffälliges Kontrastbild von Geschichte und Moderne, gleichzeitig aber auch ein Japan, wie es so wahrscheinlich kaum mehr zu finden ist.
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