Lieber nicht ins Heim
Viele alte oder behinderte Menschen werden, oft gegen ihren Willen, in Heime gebracht. Sicher, dort ist man fähig, sich kompetent um sie zu kümmern, rund um die Uhr ist jemand da, und die Räume sind meist genau auf die Bedarfe von Pflegebedürftigen und Pflegern zugeschnitten, damit alles reibungslos ablaufen kann und nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt als nötig. Die Frage ist aber: Was tun, wenn jemand aus der Familie sich nicht mehr allein versorgen kann, sei es wegen Alter, Krankheit oder Demenz, aber den klaren Wunsch äußert, zu Hause, in seiner vertrauten und bekannten Umgebung zu bleiben und dort gepflegt zu werden? Pflegekräfte aus Polen sind weniger teuer, dafür aber oft sehr viel liebevoller und menschlicher zu den ihnen anvertrauten.
Seriöse Agenturen vermitteln seit Jahren mit großem Erfolg Pflegekräfte aus Osteuropa zur Betreuung alter, behinderter, kranker oder dementer Menschen, die zu Hause gepflegt werden. Das ist für die Familienangehörigen meist eine enorme Entlastung, denn wer einen Angehörigen pflegt, der steht unter einem ganz besonderen Druck. Wer z.B. erleben muss, wie ein Mensch, der immer geistig fit war, langsam immer mehr abbaut und schließlich die eigenen Kinder nicht mehr kennt und die Geschichten, die sein Leben ausmachen, Stück für Stück vergisst, für den ist das belastender als für jemanden, der diesen Menschen vorher nicht kannte und daher viel ungezwungener und natürlicher mit ihm umgehen kann. Ein Außenstehender, der sich auskennt, aber nicht voreingenommen oder befangen ist, kann eher im Jetzt und Hier Nischen finden und seinen Schützling trotz der Krankheit und Demenz schöne Augenblicke erleben lassen.
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