Muss ein Hemd weiß sein?



Als Business-Uniform wurde oft der dunkle Anzug bezeichnet. Er ist mittelgrau bis anthrazit, geradezu „Business Black“, wie es umschreibend heißt, also von weitem nicht von Schwarz zu unterscheiden. Auch der dunkel marineblaue Anzug – mit oder ohne Nadelstreifen - erfreut sich gerade in konservativen Branchen immer noch größter Beliebtheit. Bei festlichen Anlässen wird es dann noch ein wenig edler, und man kann den schwarzen Anzug aus dem Schrank holen.

Fragt man nun, was für ein Hemd denn nun das richtige sei, lautet die Antwort meist: weiß, natürlich. Alles andere trägt der stilbewusste Mann nicht, und schon gar nicht zum Anzug. Nun, während jahrzehntelang zumindest für den Businesssektor diese Einschätzung ihre Berechtigung hatte, lässt sich inzwischen darüber streiten. Denn während sich an den klassischen Dresscodes auf Vorstandsebene wohl auch in nächster Zeit nicht allzu viel ändern wird, können Sie sonst heute auch guten Gewissens zu einem dezent farbigen Hemd greifen. Gerade die eher zarten Töne sind hier perfekt geeignet. Flieder wirkt zum Beispiel ungeheuer modisch. Kombinieren Sie ein fliederfarbenes Hemd mit einer dunkleren Krawatte lila, und sie werden selbst im dunklen Anzug noch individuell und elegant aussehen. Sollten Sie allerdings sehr helle Haut und eine Neigung zu sehr dunklen Bartstoppeln haben, sollten Sie auf helles Violett verzichten. Es lässt einen Schatten oder Drei-Tage-Bart noch deutlicher zu Tage treten.

Auch leichtes Mint oder Pfirsich setzt modische Akzente. Als Grundregel sollte gelten: Wählen Sie niemals die Krawatte heller als das Hemd. Das können Sie abends im Theater nicht nur tragen, sondern sehen sehr elegant damit aus. Im Büro wirkt es aber einfach nur übertrieben.

Auch wenn Modepuristen jetzt aufschreien werden: auch Muster sind mittlerweile beim Hemd kein Tabu mehr. Natürlich sollten Sie sich nicht gleich an schreienden Motiven oder groben Country-Karos versuchen. Aber ein dezent gestreiftes Hemd kann mit Anzug und Krawatte hervorragend harmonieren und wirkt nicht ganz so streng. Auch die Variante, ein gestreiftes Hemd mit weißem Kragen und weißer Manschette zu bevorzugen, findet hier langsam ein paar Freunde. Ein wenig altmodisch, vielleicht. Aber es weckt Erinnerungen an die goldene Zeit der Wall Street.

Allerdings gilt bei Hemdenmustern: weniger ist mehr. Dezente Karos oder Punktmuster Ton in Ton sind am geeignetsten, wenn man sie nur aus nächster Nähe sieht. Für alle anderen wird Ihr Hemd schlicht einfarbig erscheinen – aber etwas dynamischer.
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Autor  Ritesh kan
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