Schwarze Schafe
Für einige Menschen ist das Motorrad nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern eine Lebenseinstellung. Um sich die Maschine ihrer Träume leisten zu können, schrecken sie nicht vor einem Motorradkredit zurück. Das Motorrad finanzieren zu müssen, ist für sie kein notwendiges Übel. Im Gegenteil, die Motorradfinanzierung ist für sie die einzige Möglichkeit, sich voll und ganz verwirklichen zu können.
In der Bevölkerung dagegen werden Motorradfahrer kritisch beäugt. Einerseits liegt das daran, dass fast jeder Autofahrer schon einmal von einem Motorradfahrer an einer gefährlichen Stelle überholt wurde. „Lebensmüde“ oder „Irre“ sind Begriffe, mit denen viele Menschen diese Fahrer beschreiben würden. Die Unfallstatistik tut ihr Übriges dazu. Jedes Jahr sterben viele Biker oder reißen Autofahrer wegen ihres riskanten Fahrstils mit in den Tod. In den Medien hört man regelmäßig von derartigen Vorfällen. Andererseits liegt der schlechte Ruf von Motorradfahrern auch an Motorradclubs wie den Hells Angels oder den Banditos. Zu diesen Gruppen gehören Motorräder, vor allem die Harley Davidson, genauso wie Lederjacken und Waffen. Immer wieder hört man von Auseinandersetzungen zwischen den Banden, von Schlägereien, Schießereien oder Ehrenmorden. Dass ein Großteil der Mitglieder harmlos ist, ändert an dem Ansehen in der Bevölkerung nichts. Die wenigen schwarzen Schafe reichen aus, um die gesamte Gruppe in ein schlechtes Licht zu rücken. Und teilweise werden die Vorurteile auch auf alle anderen Motorradfahrer übertragen. Gleiches gilt für die Raser. Nur ein winziger Teil aller Biker fährt so, als würde es kein Morgen geben. Doch dieser minimale Prozentsatz ist genug, um das Image aller zu zerstören. In den Köpfen der Menschen brennen sich negative Erfahrungen schließlich deutlich tiefer ein als die Begegnungen mit verantwortungsvollen Motorradfahrern, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.
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