Wein aus Arabien



Der Name Kaffee kommt von dem arabischen Wort „qahwe“ und bedeutete pflanzliches Getränk. Denn lange bevor man dazu überging die Bohnen des Kaffeestrauchs einer Röstung zu unterziehen, wurde aus dem Saft der roten Kaffee-Beeren in Arabischen Ländern schon ein stimulierendes Getränk ohne Alkoholgehalt erzeugt. Und da der Koran den Genuss von alkoholischen Getränken untersagte, führte es zu seiner schnellen Ausbreitung in der islamischen Welt. Zu Beginn der Geschichte vom Kaffee trinken wurde die ganze Frucht der Kaffeepflanze von den Arabern verzehrt. Erst später ging man dazu über, die Kerne auszulösen, zu mahlen und sie mit tierischem Fett zu verarbeiten.

So verwendete man sie als Energiespender für lange Reisen. Erst 1000 n. Chr. begannen die Araber die noch grünen Kerne zur Herstellung eines aromatischen Getränks in Wasser zu kochen. Aber erst etwa 300 Jahre später entwickelte man Verfahren des Röstens und des Mahlens und erhielt so erstmalig den echten Vorläufer des Kaffees wie wir ihn heute können. „Wein aus Arabien“, unter diesem Namen gelangten die ersten bescheidenen Ladungen Kaffee im 16. Jahrhundert über die Hafenstädte Marseille und Venedig nach Europa. Der wirkliche Durchbruch für den Kaffee in Europa begann aber erst im 17. Jahrhundert. Nach der Niederlage der Türken vor Wien, fand man in den zurückgelassenen Feldlagern große Mengen Kaffee in Säcken. So kam es, dass zu aller erst die Österreicher in den Genuss dieses wohlduftenden Getränks kamen und die ersten Kaffeehäuser eröffneten, in denen der Kaffee alsbald mit Kipferln serviert wurde. Kipferln sind halbmondförmige Plätzchen, die an den Sieg über die türkischen Invasoren erinnern sollte. Damals war noch niemand wirklich klar, dass die Türken durch diese Niederlage unbewusst den Siegeszug ihres Kaffees gefördert hatten.



Autor  Andreas Mettler
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